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Der Moderator

Der staatlich geprüfte Schallplattenunterhalter von 1980-1989

„Licht aus … Spot an !“ – wer kennt nicht diesen Spruch aus vergangenen Tagen ! Als Jugendlicher saß ich staunend vor dem Schwarz-Weiß-Fernseher und träumte davon – genau wie Ilja Richter vor einem Publikum stehen zu können und Menschen zu begeistern.
Mir wurde sehr schnell klar, dass es immer ein Traum bleiben würde, wenn man nichts dafür tut. Also bewarb ich mich im „zarten“ Alter von 17 Jahren beim damaligen Kreiskulturkabinett für eine Aufnahmeprüfung zum „Schallplattenunterhalter“. Und dass war schon ein gewaltiger Schritt, wenn man aus ca. 120 Bewerbern in den Kreis von ca. 30 Mitstreitern ausgewählt wurde, die dann in vielen Wochen ihre Ausbildung antreten durften. Erste ( natürlich heimliche ! ) Erfahrungen sammelte ich schon vorher bei unzähligen Schuldisco’s – sodass mir die Aufnahmeprüfung nicht ganz so schwer fiel.
Der erste Schritt war gemacht und nun hieß es : Programmkonzeptionen lernen, Rhetorikausbildung, Sprecherziehung, technisches Verständnis erlangen usw.
Von unseren 30 Kursmitgliedern schafften nur 6 die Abschlussprüfung – ich hielt meine 1.„Einstufung“ ( einen Tanzabend mit Publikum gestalten vor einer 6-köpfigen Jury unter einem bestimmten Motto ) in den Händen – es war geschafft ! Nun war ich ein „Staatlich geprüfter Schallplattenunterhalter“ mit Ausweis, im Fachkreis auch „Pappe“ genannt. Das ist inzwischen schon mehr als 25 Jahre her- oh je, wie die Zeit vergeht …
Von nun an hieß es sich in bestimmten Abständen immer wieder neu einer Jurykommission zu stellen, um eine Höhereinstufung zu erlangen bzw. zu beweisen, dass man seine „Pappe“ auch wirklich verdient hatte. So war es für jeden Discjockey das Ziel, die „Sonderstufe“ zu bekommen, das versprach Auftrittsorte besonderer Güte und Vergütung ! Den Traum von einer professionellen Einstufung und damit verbundener Profi-Lizenz im Osten war nur sehr wenigen Musikern vorbehalten – aber man durfte ja träumen, denn es war ein Stück besonderer Freiheit – der Gedanke, mit seinem Job als Alleinunterhalter sein Geld verdienen zu können. Diese Ziel verlor ich nie aus den Augen. Ich holte mir Tipps von erfahrenen Kollegen, schaute mir das Eine oder Andere ab…und dann war es so weit…
Am 4.Oktober 1989 stand ich vor den kritischen Augen einer ausgewählten Jury im damaligen Kulturhaus der Reifenwerker „HdR“ / heute Dunlop-Good-Year vor meinem schwierigsten Auftritt – meiner Ablegung einer professionellen Einstufung in Zusammenarbeit mit der Modeboutique „Tina“.
Der Zeitraum, als sich die Jury zur Beratung zurück zog, erschien mir als unendliches Warten – dann kam die Auswertung vor dem gesamten Publikum – ich hatte es geschafft …Ich erhielt meine professionelle Einstufung als Moderator – ein unbeschreiblicher Moment !

Nun konnte ich neu durchstarten – es sollte ein neues musikalisches Leben beginnen …
5 Wochen später kam es ( Gott sei Dank ) zum Fall der Mauer und somit zu einer weiteren Stunde NULL.

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